Barometer 2022

Umfrage: Das Engagement von Mitarbeiter:innen und Inklusion sind Schwerpunkte europäischer Personalverantwortlicher

Personalberatung Human & Work veröffentlicht Studie zu HR-Schwerpunkten in Europa

Human & Work, die führende europäische Human Ressources-Beratungsgruppe, die sich mit dem Thema des Menschen am Arbeitsplatz befasst, veröffentlicht die Ergebnisse ihres ersten „HR-Barometers“, einer Studie, die sich den Herausforderungen von Personalchefs in den verschiedenen Ländern, in denen sie vertreten ist, widmet. Über 800 Personalverantwortliche aus deutschen, französischen, spanischen und italienischen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden wurden zu den sich verändernden Herausforderungen in ihrem Aufgabenbereich und zu den neuen Erwartungen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen befragt. Die Befragung von Human & Work zeigt, dass Personalverantwortliche in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Prioritäten und Herangehensweisen vertreten. Allerdings werden übereinstimmend zwei große Herausforderungen im Personalbereich hervorgehoben: zum einen die Stärkung des Engagements der Mitarbeitenden, zum anderen das Thema Inklusion. Als weitere Herausforderung wird die Sensibilisierung des Managements für Themen der Corporate Social Responsibility bezeichnet.

Herausforderung Nr. 1: Stärkung des Engagements der Mitarbeitenden


Angesichts der aktuellen Lage, in der die großen Themen Resignation, Quiet Quitting, Talentflucht und Talentknappheit die meisten europäischen Personalchefs beunruhigen, ist das Ziel der Stärkung des Engagements der Mitarbeitenden nicht überraschend. Die von der BVA Group (www.bva-group.com) für Human & Work durchgeführte Umfrage hebt die Absicht der Personalverantwortlichen hervor, ihre Ressourcen in den nächsten 12 Monaten vorrangig auf das Engagement der Mitarbeitenden zu konzentrieren.

Dies führt zu drei geplanten Schwerpunktbereichen in der praktischen Umsetzung:
- Stärkung des internen Zusammenhalts und des Arbeitsklimas in den Teams: Dies ist eine Priorität für 33% der europäischen Personalverantwortlichen, besonders ausgeprägt in Frankreich (38% der Befragten) und etwas schwächer in Spanien (29% der Befragten).
- Der Arbeit einen Sinn verleihen: 32% der europäischen Personalchefs wollen die Mitarbeitenden in die Definition der Unternehmensaufgaben miteinbeziehen. 29% der französischen Personalchefs sehen dies als vorrangig, 43% in Deutschland und Italien.
- Verbesserung der Anerkennung:  Insgesamt 30% der Antwortenden legen hier einen Schwerpunkt, eine Zahl, die bei den Personalleitern in Frankreich bei 34% und in Spanien bei 35% liegt, in Deutschland nur bei 28%.


Diese geplanten Schwerpunkte ihrer Arbeit spiegeln sich in der Prognose der Personalverantwortlichen zu den vorrangigen Erwartungen der Mitarbeitenden wider:
Auf die Frage „Welche Erwartungen haben Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorrangig an den Personalbereich?“ nennen sie die Stimmung in den Teams (38%), das soziale Klima in der Firma (38%) und die Zusammenarbeit zwischen den Teams (37%). An zweiter Stelle folgen das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben (32%), Zeichen der Anerkennung ihrer Arbeit und ihres Engagements (30%) sowie Sinnstiftung und Nutzen in der Arbeit (30%).

Bei diesen Themen zeichnen sich größere Unterschiede zwischen den Ländern ab:
So sehen 45% der deutschen Personalverantwortlichen die Stimmung in den Teams als wesentliche Erwartung ihrer Mitarbeitenden, dagegen nur 31% Italiener und 26% der Spanier. In Frankreich liegt der Anteil bei 38%. Was die Wertschätzung von Arbeit und Engagement betrifft, glauben nur 17% der italienischen Personalleiter, dass dies eine vorrangige Erwartung der Mitarbeitenden ist, dagegen 32% der französischen und 34% der deutschen.
Was schließlich die Frage nach dem Sinn der Arbeit anbelangt, so zählen 32% der französischen und 31% der deutschen Personalleiter diesen Punkt zu den wichtigsten Anliegen der Mitarbeitenden, dagegen nur 23% der spanischen Personalchefs.

Herausforderung Nr. 2: Inklusion

Vor dem Hintergrund, dass über Gewalt am Arbeitsplatz gesprochen wird und der Begriff der sexuellen Belästigung seit März 2022 in der französischen Gesetzgebung ausgeweitet wurde, betonen die Personalchefs der vier untersuchten Länder, wie wichtig die Einrichtung bzw. Weiterentwicklung von Warnsystemen ist, um gegen respektloses oder diskriminierendes Verhalten vorzugehen. So bezeichnen 30% der europäischen Personalchefs diese Maßnahme als vorrangig, in Frankreich sind es sogar 42%, in Spanien 39%. Umgekehrt benennen nur 22% der deutschen Personalleiter diese Maßnahme als Priorität.  

Auch die Frage der Einbeziehung älterer Fachkräfte beschäftigt die befragten Personalchefs:
92% gaben an, dass sie versuchen, ältere Angestellte so lange wie möglich im Unternehmen zu halten (38% antworteten „Ja, auf jeden Fall“, 54% „Ja, eher“). Zwei Drittel geben an, dass sie HR-Maßnahmen für ältere Menschen umsetzen möchten (26% „Ja, auf jeden Fall“, 40% „Ja, eher“).

Trotz dieser guten Absichten zögern 55% der Personalverantwortlichen, einen älteren Menschen einzustellen. Die französischen Personalchefs sind in dieser Frage am wenigsten zurückhaltend: Nur 38% äußern sich verhalten, verglichen mit 61% der Italiener, 58% der Deutschen und 55% der Spanier. Ein überraschendes Ergebnis, wenn man sich die Realität ansieht: In Frankreich ist die Erwerbsquote älterer Menschen (55-64 Jahre) seit 2000 zwar stetig gestiegen, lag 2021 aber nur bei 56% (Quelle: Eurostat; Deutschland 72%, Spanien 56%, Italien 53%).

 

 

 

 

Probleme bei der Sensibilisierung des Managements für CSR-Themen

Die Umsetzung von Aktionsplänen zur Corporate Social Responsability (CSR) durch die Unternehmen ist ein wichtiger Pfeiler der Mitarbeiterbindung sowie des Employer Brandings und gehört für die Mehrheit der Personalverantwortlichen zu ihren Aufgaben. 92% der Befragten gaben an, dass sie in die Bewältigung von CSR-Problemen involviert sind. Dabei steht der soziale Aspekt (Vorsorge, soziale und solidarische Maßnahmen, Arbeitsbeziehungen und -bedingungen) mit 60% an erster Stelle der Prioritäten, gefolgt vom Umweltaspekt (Schutz des Planeten, ökologischer Wandel), der von 55% der Personalverantwortlichen genannt wird. Spanische Personalchefs achten besonders auf die Integration der sozialen Komponente (68%) im Vergleich zu nur 51% der italienischen Personalverantwortlichen, die sich mit diesem Thema positionieren.

Das Phänomen der zahlreichen Kündigungen durch Mitarbeitende, das seit der Coronakrise in mehreren europäischen Ländern zu beobachten ist, lässt sich unter anderem mit der Suche nach Sinn und Bedeutsamkeit am Arbeitsplatz erklären. Die Unternehmen nehmen sich dieser Problematik an und legen nun großen Wert darauf, die Mitarbeitenden in die Definition der Aufgaben des Unternehmens einzubeziehen (32% der Personalverantwortlichen geben an, ihre Mittel in den nächsten 12 Monaten für dieses Thema einzusetzen) und den Auftrag des Unternehmens und seine Daseinsberechtigung zu erläutern (23%).

Allerdings haben 76% der Personalverantwortlichen das Gefühl, dass sie bei der Definition und Umsetzung von CSR-Aktionsplänen auf Schwierigkeiten stoßen und 75% geben an, dass sie Probleme haben, die Geschäftsleitung und die Manager für diese Themen zu gewinnen.
Spanische Personalchefs scheinen die größten Schwierigkeiten zu haben, das Management und die Manager in die CSR-Politik einzubinden (87% der Befragten) sowie Aktionspläne zu den verschiedenen CSR-Themen zu definieren und umzusetzen (82%).


Welche Veränderungen der Human Ressources-Funktion in der Zukunft?

Beim Blick in die Zukunft des HR-Bereichs werden von den befragten Personalverantwortlichen zwei Entwicklungen hervorgehoben:

-    die Notwendigkeit, genauere Kenntnisse über die Fähigkeiten, Motivation und Entwicklungswünsche der Mitarbeitenden zu haben: 48% der Personalverantwortlichen stimmten „voll und ganz zu“, in Spanien 64%, in Deutschland nur 42%, in Frankreich 54%;

-    der Beitrag zur Innovation innerhalb des Unternehmens, insbesondere in Bezug auf die Organisation und neue Arbeitsweisen: 42% der Personalverantwortlichen stimmten „voll und ganz zu“, 59% in Spanien versus 36% in Deutschland und 45% in Frankreich.

Der Mangel an Ressourcen wird von einem Großteil der Befragten als eine für die Zukunft erwartete Schwierigkeit hervorgehoben, sei es finanzieller (34%) oder personeller Art (32%), insbesondere in Frankreich (46% bzw. 41%).

 

 

David Mahé, Präsident und Gründer von Human & Work, bilanziert: „Mit diesem HR-Barometer, das künftig jährlich erscheinen soll, möchten wir den europäischen Personalleitern das Wort erteilen, um ihre Erwartungen und ihre Prognosen für die Zukunft der Arbeitswelt besser zu verstehen, damit wir sie bei den Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, bestmöglich unterstützen können. Die aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt sind exponentiell, daher ist es von entscheidender Bedeutung, denjenigen zuzuhören, die sie an vorderster Front begleiten.“

 

Über Human & Work  

Die Human & Work Gruppe ist der europäische Partner für Personalentscheider und vereint 200 der besten Experten für den Menschen am Arbeitsplatz, um Unternehmen und Organisationen aller Größen und Sektoren strategisch und operativ zu beraten. Ihr fundiertes Fachwissen zu Fragen der Arbeitsorganisation einerseits und zu den Auswirkungen von Wahrnehmungen und Emotionen auf das Individuum und die zwischenmenschlichen Beziehungen am Arbeitsplatz andererseits machen sie zu einem einzigartigen Akteur auf dem europäischen Markt́.

Dank eines multidisziplinären Teams interveniert Human & Work bei allen menschlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Veränderungsprozessen, Nachhaltigkeitsstrategien, sozialer Kommunikation, Lebensqualität am Arbeitsplatz, Personalentwicklung und Mitarbeiterschulung sowie bei Themen der Unternehmensführung und der Leistungsfähigkeit von Organisationen. Seine Mission ist klar: Aufbau einer integrativen, verantwortungsvollen und harmonischen Arbeitswelt.

Durch die Integration der Corrente AG, des führenden deutschen Anbieters von Employee Assistance Programmen (EAP), im Juli 2022 konsolidierte die Human & Work Gruppe, die auch in Frankreich, Italien und Spanien vertreten ist, ihr europäisches Netzwerk und weitete ihre Aktivitäten auf Deutschland und die DACH Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) aus. Weiterhin stärkte die Gruppe mit dieser Übernahme ihr Serviceangebot für ArbeitnehmerInnen und erweiterte ihre Palette an länderspezifischer Expertise.

Mit Büros in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland kann sich Human & Work darüber hinaus auf sein Netzwerk lokaler Partner in 121 Ländern stützen, um die HR-Projekte seiner Kunden auf internationaler Ebene von der strategischen Konzeption bis zur operativen Umsetzung zu begleiten.  

Weitere Informationen finden Sie online unter: humanandwork.com.


Download des Barometers auf Deutsch

Link zum Barometer auf Französisch

 

 

Wenn Sie nach dem Besuch unserer Website Fragen haben oder mehr Informationen zu Employee Assistance/EAP bzw. betrieblicher Sozialberatung wünschen, schreiben Sie an info@remove-this.corrente.de oder rufen Sie uns an:

04 31 - 600 58 90